Der sich selbst Suchende: Größe und Einsamkeit Heraklits
Aus dem Französischen übersetzt
Heraklit von Ephesos erreicht uns aus der Tiefe der Zeiten durch die Fragmente einer Schriftrolle, die im 5. Jahrhundert v. Chr. im Tempel der Artemis niedergelegt wurde. Noch heute wird darüber gestritten, ob diese Rolle eine zusammenhängende Abhandlung war oder ob sie aus einzelnen Gedanken bestand, wie jenen, die uns der Zufall der Zitate bewahrt hat. Heraklit drückte sich darin jedenfalls in einem sibyllinischen, gedrängten, zum Staunen geeigneten Stil aus; er schlug zugleich den Ton eines Propheten und die Sprache eines Philosophen an. Daher jenes Beiwort des Dunklen oder Finsteren (Σκοτεινός), das so oft mit seinem Namen verbunden wird, das mir aber nichtsdestoweniger übertrieben erscheint: „Gewiss ist [seine] Lektüre von rauem und schwierigem Zugang. Die Nacht ist düster, die Finsternis ist dicht. Doch wenn ein Eingeweihter dich führt, wirst du in diesem Buch klarer sehen als im hellen Sonnenlicht“ (Griechische Anthologie, nach der Palatinischen Handschrift). Die Splitter, die uns von seiner Lehre geblieben sind, gleichen den Blitzen eines Gewitters, das sich auf geheimnisvolle Weise zurückgezogen hätte und die vorsokratische Nacht mit einem Feuer durchriß, das mit keinem anderen vergleichbar ist. Hegel erkennt, die Entstehung des „Lichts des Gedankens“ nachzeichnend, in Heraklit die strahlendste und zentralste Gestalt. Heidegger setzt noch eins drauf: „Heraklit wird ›der Dunkle‹ genannt. Aber er ist der Lichte. Denn er sagt das Lichtende, indem er versucht, dessen Licht in die Sprache des Denkens einzulassen“1Heidegger, Martin, Essais et Conférences (Vorträge und Aufsätze), trad. de l’allemand par André Préau, préf. de Jean Beaufret, Paris : Gallimard, coll. « Les Essais » (Die Versuche), 1958..
Die Königswürde der Verweigerung
Zu dieser scheinbaren Dunkelheit gesellte sich bei Heraklit ein Grund von Stolz und Verachtung für seinesgleichen. Denn wenn ein Philosoph stolz ist, ist er es niemals nur halb. Als Erbprinz überließ er ohne Bedauern die königliche Würde seinem Bruder und weigerte sich sodann, für eine Stadt Gesetze zu erlassen, die er als unrettbar „unter der Herrschaft einer schlechten Verfassung“ stehend (πονηρᾷ πολιτείᾳ) beurteilte. Da sehen wir ihn, zurückgezogen im Heiligtum der Artemis, mit Kindern Knöchelspiel spielend. Drängten sich Neugierige um ihn? Er warf ihnen entgegen:
„Was staunt ihr, Schurken? Ist es nicht besser, dies zu tun, als mit euch das Leben der Stadt zu führen?“ (Τί, ὦ κάκιστοι, θαυμάζετε ; Ἢ οὐ κρεῖττον τοῦτο ποιεῖν ἢ μεθ’ ὑμῶν πολιτεύεσθαι ;)
Diogène Laërce, Livre IX (Diogenes Laërtios, Buch IX), trad. du grec par Jacques Brunschwig, dans Vies et Doctrines des philosophes illustres (Leben und Lehren der berühmten Philosophen), trad. sous la dir. de Marie-Odile Goulet-Cazé, Paris : Librairie générale française, coll. « La Pochothèque », 1999.
Dieser Weise brauchte niemanden und verachtete selbst die Gesellschaft der Gelehrten. Dennoch war er kein gefühlloser Mensch; und wenn er sich über das Unglück grämte, das die menschliche Existenz durchzog, stiegen ihm Tränen in die Augen. „Ich habe mich selbst gesucht“ (Ἐδιζησάμην ἐμεωυτόν), gesteht er, als wäre er der Einzige, der die delphische Vorschrift „Erkenne dich selbst“ wahrhaft verwirklichte. Nietzsche wird das heilige Erschaudern dieser Autarkie empfinden: „Man kann nichts erraten“, wird der Philosoph des Willens zur Macht sagen, „von dem, was das Gefühl der Einsamkeit gewesen ist, das den ephesischen Einsiedler des Artemistempels durchdrang, wenn man sich nicht selbst in der wildesten und ödesten Gebirgswelt wie versteinert vor Entsetzen wiederfindet“2Nietzsche, Friedrich, La Philosophie à l’époque tragique des Grecs (Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen), trad. de l’allemand par Michel Haar et Marc de Launay, dans Œuvres (Werke). I, trad. sous la dir. de Marc de Launay, Paris : Gallimard, coll. « Bibliothèque de la Pléiade », 2000..
Der Schwindel des universellen Fließens
Während am anderen Ende der griechischen Welt die Schule von Elea das Sein in einer eisigen Unbeweglichkeit erstarren ließ, fasst Heraklit die Einheit als einen in ewiger Bewegung befindlichen Strom auf, der derselbe bleibt, obwohl stets verschieden, da die neuen Wellen die alten unablässig vor sich hertreiben3Durch dieses Bild sagt Heraklit nicht allein, dass das Dasein den Wechselfällen und dem Verfall geweiht ist, sondern dass kein Ding dies oder jenes ist: es wird es. Die Welt gleicht dem Kykeon (κυκεών), jener Mischung aus Wein, geriebenem Käse und Gerstenmehl, deren dickflüssige Beschaffenheit ihre Einheit nur dem Umrühren verdankt. Wenn dieses aufhört, trennen sich die Bestandteile, das Schwere sinkt herab, und dieses rituelle Getränk ist nicht mehr. Die Bewegung erweist sich so als konstitutiv für die Vereinigung der Gegensätze: „Selbst der Kykeon zersetzt sich, wenn man ihn nicht umrührt“ (Καὶ ὁ κυκεὼν διίσταται μὴ κινούμενος).. Gegen die allgemeine Illusion der Beständigkeit ist nichts beständig: „Alles fließt“ (Πάντα ῥεῖ), „Alles ist Werden“ (Hegel), „Alle Dinge […] schwanken unaufhörlich […]. Ich male nicht das Sein. Ich male den Übergang“ (Montaigne).
Das Fließen aller Dinge hat zur Folge, dass sich alles in sein Gegenteil verwandelt. Wenn das Sein nur im Wandel existiert, ist es zwangsläufig eine Mitte zwischen zwei entgegengesetzten Bestimmungen; in jedem Augenblick steht man vor jener unfassbaren Grenze, an der sich zwei gegensätzliche Eigenschaften berühren. Ein furchtbares Gesetz, das sich auch auf den Menschen selbst erstreckt, dessen jedes Lebensalter der Tod des vorangegangenen ist:
„Ist nicht der Säugling im Kind verschwunden, und das Kind im Knaben, der Jüngling im Heranwachsenden, der Heranwachsende im jungen Mann, und dann […] der reife Mann im Greis […]? Vielleicht […] lehrt uns die Natur im Stillen, den endgültigen Tod nicht zu fürchten?“
Philon d’Alexandrie, De Iosepho (Über Joseph), trad. du grec par Jean Laporte, Paris : Éditions du Cerf, coll. « Les Œuvres de Philon d’Alexandrie » (Die Werke Philons von Alexandrien), 1964.
Die Ästhetik des kosmischen Spiels
Auf der Suche nach einer tragischen Bejahung des Lebens wird Nietzsche den Einsiedler von Ephesos zu seinem nächsten Ahnen machen. „Die Welt hat in ihrem ewigen Bedürfnis nach Wahrheit […] ewig Heraklit nötig“, wird er erklären. Und an anderer Stelle:
„[…] der Umgang mit Heraklit macht mich behaglicher und wärmer als mit irgend einem Andern. Das Ja-sagen zum Vergehen und Vernichten, das Entscheidende in einer dionysischen Philosophie, das Ja-sagen zum Gegensatz und zum Krieg, das Werden, mit radikaler Ablehnung auch selbst des Begriffs ›Sein‹ — darin muß ich unter allen Umständen […] das mir Verwandteste anerkennen, was bisher gedacht worden ist.“
Nietzsche, Friedrich, L’Antéchrist (Der Antichrist), suivi de Ecce homo, trad. de l’allemand par Jean-Claude Hémery, Paris : Gallimard, coll. « Folio », 1974.
Was der deutsche Philosoph dort vor allem finden wird, ist das Gegengift zum Schopenhauerschen Pessimismus. Weit entfernt davon, unter dem Joch angeblicher Schuld, Ungerechtigkeit, Widersprüche, Leiden zu stöhnen, befreit sich die Wirklichkeit von aller Moral: sie ist „ein Kind, das spielt, Steine hin und her setzt: Königtum eines Kindes“ (παῖς […] παίζων, πεσσεύων· παιδὸς ἡ βασιληίη). Wenn sich Heraklit unter die lärmenden Kinder im Heiligtum der Artemis mischte, so sann er dort bereits über das „Spiel des großen Weltkindes“ nach, das heißt: Gottes. Der Wille zur Macht nimmt hier in Nietzsches Geist erste Gestalt an: eine Künstlerkraft, die aufbaut und zerstört, mit der erhabenen Unschuld eines Kindes, das hier und da einige Kiesel legt oder Sandhaufen errichtet, um sie von neuem umzustoßen, jenseits von Gut und Böse. In den Fußstapfen des Dunklen „schickt sich Nietzsche an, zum Antichristen zu werden, das heißt zu jenem, der die moralische Bedeutung der Welt verwirft“.
Weiterführendes
Rund um Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen)

Zitate
„Ἀκοῦσαι οὐκ ἐπιστάμενοι οὐδ᾽ εἰπεῖν. • Ψυχῆς πείρατα ἰὼν οὐκ ἂν ἐξεύροιο πᾶσαν ἐπιπορευόμενος ὁδόν· οὕτω βαθὺν λόγον ἔχει. • Ποταμοῖς τοῖς αὐτοῖς ἐμβαίνομέν τε καὶ οὐκ ἐμβαίνομεν, εἶμέν τε καὶ οὐκ εἶμεν.“
Αποσπάσματα (Ηράκλειτος) sur Wikisource ελληνικά, [en ligne], consulté le 22 février 2026.
„Des Zuhörens unkundig, wissen sie auch nicht zu sprechen. • Du fändest die Grenzen der Seele nicht, selbst wenn du alle Wege beschrittest, so tief ist ihr Logos. • Wir steigen in dieselben Flüsse und steigen nicht hinein; wir sind und wir sind nicht.“
Héraclite d’Éphèse, Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen), trad. du grec par Jean Bouchart d’Orval, préf. de Constantin Fotinas. Montréal : Éditions du Roseau, 1997 ; rééd., Gordes : Les Éditions du Relié, coll. « Poche », 2007.
„Da sie nicht zu hören verstehen, wissen sie auch nicht zu sprechen. • Du fändest die Grenzen der Seele nicht, selbst wenn du alle Wege beschrittest, so tief ist die Rede (λόγον), die sie hält. • Wir steigen in dieselben Flüsse und steigen nicht hinein; wir sind und wir sind (darin) nicht.“
Héraclite d’Éphèse, Fragments (Fragmente), trad. du grec par Marcel Conche, Paris : Presses universitaires de France, coll. « Épiméthée », 1986 ; rééd. sous le titre Fragments recomposés : présentés dans un ordre rationnel (Neugeordnete Fragmente: in vernunftgemäßer Ordnung dargeboten), Paris : PUF, 2017.
„Sie wissen weder zu hören noch zu sprechen. • Selbst wenn du alle Wege beschrittest, fändest du niemals die Grenzen der Seele, so tief ist die Erkenntnis, die sie besitzt. • Wir steigen in dieselben Flüsse hinab und steigen nicht hinab; wir sind darin und sind nicht darin.“
Héraclite d’Éphèse, Fragments : citations et témoignages (Fragmente: Zitate und Zeugnisse), trad. du grec par Jean-François Pradeau, Paris : Flammarion, coll. « GF », 2002.
„Sie wissen weder zu hören noch gar zu sprechen. • Grenzen der Seele, du könntest sie nicht finden auf deinem Weg
So lang auch immer die ganze Straße sei
So tief ist der Logos, den sie in sich birgt. • In dieselben Flüsse
Steigen wir und steigen wir nicht
Wir sind und wir sind nicht.“Dumont, Jean-Paul (éd.), Les Présocratiques (Die Vorsokratiker), trad. du grec par Jean-Paul Dumont, avec la collab. de Daniel Delattre et de Jean-Louis Poirier, Paris : Gallimard, coll. « Bibliothèque de la Pléiade », 1988.
„Unfähig zu hören, ebenso wenig (wie) zu sprechen. • Und die Grenzen der Seele, wohin du auch gehst, wirst du keineswegs entdecken, selbst wenn du alle Wege beschreitest, so tief ist ihr Logos. • In die Flüsse, die selben, steigen wir und steigen wir nicht, wir sind und sind nicht“
Héraclite d’Éphèse, Héraclite d’Éphèse, les vestiges (Heraklit von Ephesos, die Überreste). III.3.B/i, Les Fragments du livre d’Héraclite (Die Fragmente des Buches Heraklits), trad. du grec par Serge Mouraviev [Sergueï Nikititch Mouraviev], Sankt Augustin : Academia Verlag, coll. « Heraclitea », 2006.
„Diese Leute, die weder zu hören noch zu sprechen wissen. • Die Grenzen der Seele, du könntest sie nicht erreichen, selbst wenn du den ganzen Weg gingest, so viel tiefen Logos birgt sie. • In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht, wir sind und wir sind nicht.“
Héraclite d’Éphèse, Les Fragments d’Héraclite (Die Fragmente Heraklits), trad. du grec par Roger Munier, Toulouse : Fata Morgana, coll. « Les Immémoriaux » (Die Unvordenklichen), 1991.
„Menschen, die hören und sprechen, ohne zu wissen. • Die Grenzen der Seele, du könntest sie nicht erreichen, so weit dich auch deine Schritte auf allen Wegen tragen: so tief ist das Wort, das sie bewohnt. • Wir steigen in dieselben Flüsse und steigen nicht hinein, wir sind und sind nicht.“
Battistini, Yves (éd.), Trois Contemporains : Héraclite, Parménide, Empédocle (Drei Zeitgenossen: Heraklit, Parmenides, Empedokles), trad. du grec par Yves Battistini, Paris : Gallimard, coll. « Les Essais » (Die Versuche), 1955 ; rééd. augm. sous le titre Trois Présocratiques (Drei Vorsokratiker), Paris : Gallimard, coll. « Idées » (Ideen), 1968.
„Sie wissen weder zu hören noch zu sprechen. • [Lücke] • Wir steigen in denselben Fluss hinab und steigen nicht hinab, wir sind und sind nicht.“
Tannery, Paul, Pour l’histoire de la science hellène : de Thalès à Empédocle (Zur Geschichte der hellenischen Wissenschaft: von Thales bis Empedokles), Paris : F. Alcan, 1887 ; rééd. (préf. de Federigo Enriques), Paris : Gauthier-Villars, 1930.
„Diese Leute, die weder zu hören noch zu sprechen wissen. • Man kann die Grenzen der Seele nicht finden, welchen Weg man auch einschlägt, so tief sind sie versenkt. • Wir steigen in denselben Fluss hinab und steigen nicht hinab; wir sind und wir sind nicht.“
Voilquin, Jean (éd.), Les Penseurs grecs avant Socrate : de Thalès de Milet à Prodicos (Die griechischen Denker vor Sokrates: von Thales von Milet bis Prodikos), trad. du grec par Jean Voilquin, Paris : Librairie Garnier Frères, coll. « Classiques Garnier », 1941 ; rééd., Paris : Garnier-Flammarion, coll. « GF », 1964.
„Da sie nicht fähig sind zu hören, ebenso wenig zu sprechen. • Grenzen der „Psyche“ auf ihrer Reise würde er nicht entdecken, wer alle Wege beschritte: sie hat einen so tiefen Logos. • In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht, wir sind und wir sind nicht.“
Héraclite d’Éphèse, Fragments (Fragmente), trad. du grec par Frédéric Roussille, avec la collab. d’Éliane Gaillard et François Barboux, Paris : Éditions Findakly, 1984.
„Die Lust ist da, doch manche wissen sie weder zu sehen noch zu hören. • Du wirst niemals die Grenzen des Lebenshauchs („Psyche“) finden, selbst wenn du alle Wege beschreitest, denn die Seligkeit ihrer Lust ist unendlich. • Wir steigen in dieselben Flüsse und steigen nicht hinein, wir sind und sind nicht.“
Héraclite d’Éphèse, Les Fragments d’Héraclite (Die Fragmente Heraklits), trad. du grec par Guy Massat, [Sucy-en-Brie] : Anfortas, 2018.
„Da sie nicht zu hören verstehen, wissen sie auch nicht zu sprechen. • [Lücke] • In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht; wir sind und wir sind nicht.“
Plazenet, Laurence (éd.), Anthologie de la littérature grecque : de Troie à Byzance (Anthologie der griechischen Literatur: von Troja bis Byzanz), trad. du grec par Emmanuèle Blanc, [Paris] : Gallimard, coll. « Folio Classique », 2020.
„Da sie weder zu hören noch zu sprechen wissen. • Die Grenzen der Seele, auf deinem Gang, wirst du sie nicht entdecken, selbst wenn du jeden Weg beschreitest; sie enthält einen so tiefen Logos. • Wir steigen in dieselben Flüsse und steigen nicht hinein, wir sind und sind nicht.“
Axelos, Kostas, Héraclite et la Philosophie : la première saisie de l’être en devenir de la totalité (Heraklit und die Philosophie: die erste Erfassung des Seins im Werden der Totalität), Paris : Les Éditions de Minuit, coll. « Arguments », 1962.
„Sie wissen weder zu hören noch zu sprechen. • Du fändest keine Grenze der Seele, selbst wenn du auf allen Wegen reistest, so tief ist ihr Logos. • Wir steigen in dieselben Flüsse und steigen nicht hinein. Wir sind und wir sind nicht.“
Ramnoux, Clémence, Héraclite ou l’homme entre les choses et les mots (Heraklit oder der Mensch zwischen den Dingen und den Worten), préf. de Maurice Blanchot, Paris : Les Belles Lettres, coll. « Collection d’études anciennes » (Sammlung antiker Studien), 1959.
„Da sie nicht zu hören wissen, wissen sie auch nicht zu sprechen. • Die Grenzen des Hauches würde er auf seinem Weg nicht entdecken, der Mensch, der sie alle nähme. So tief ist die Vernunft, die er hält. • In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht, wir sind und wir sind nicht.“
Héraclite d’Éphèse, Héraclite ou la séparation (Heraklit oder die Trennung), trad. du grec par Jean Bollack et Heinz Wismann. Paris : Les Éditions de Minuit, coll. « Le Sens commun » (Der Gemeinsinn), 1972.
„Unfähig sind sie zu hören ebenso wie zu sprechen. • Den äußersten Punkt der Seele könnte man gehend nicht erreichen, selbst wenn man bis ans Ende des Weges ginge. Denn der Urgrund erstreckt sich tief in ihr. • In dieselben Flüsse steigen wir und steigen nicht. So wie wir existieren und nicht existieren.“
Héraclite d’Éphèse, Les Fragments (Die Fragmente), trad. du grec par Simonne Jacquemard, suivi de Héraclite d’Éphèse ou le flamboiement de l’Obscur (Heraklit von Ephesos oder das Auflodern des Dunklen) par la même, Paris : Arfuyen, coll. « Ombre » (Schatten), 2003.
„Da sie weder zu hören noch gar zu sprechen wissen. • Du könntest die Grenzen der Seele nicht entdecken,
Selbst wenn du alle Wege durchkreuztest,
So sehr birgt sie einen tiefen Logos. • In dieselben Flüsse steigen wir und steigen nicht,
Wir sind und sind nicht.“Héraclite d’Éphèse, Éclats d’horizon : 150 fragments d’Héraclite d’Éphèse (Horizontsplitter: 150 Fragmente Heraklits von Ephesos), trad. du grec par Linda Rasoamanana, préf. d’Yves Battistini, Nantes : Éd. Amalthée, 2007.
„Da sie nicht zu hören verstehen
Wissen sie auch nicht zu sprechen. • Endpunkte der Seele
Er entdeckte sie nicht
Wer alle Wege beschritte
So tief ist der Logos, den sie aufnimmt. • In dieselben Flüsse
Steigen wir und steigen wir nicht
Wir sind und wir sind nicht.“Oriet, Blaise, Héraclite ou la philosophie (Heraklit oder die Philosophie), Paris : L’Harmattan, coll. « Ouverture philosophique » (Philosophische Eröffnung), 2011.
„Sie wissen weder zu hören noch zu sprechen. • Die Schranken der Seele, welchen Weg du auch beschrittest, könntest du nicht entdecken, so viel tiefe Vernunft enthält sie. • Wir steigen in denselben Fluss hinab und steigen nicht hinab, wir sind und sind nicht.“
Héraclite d’Éphèse, Doctrines philosophiques (Philosophische Lehrsätze), trad. du grec par Maurice Solovine, Paris : F. Alcan, 1931.
„[Lücke] • Man kann die Grenzen der Seele nicht finden, selbst wenn man den ganzen Weg geht, so tief ist ihr λόγος. • Wir steigen und steigen nicht, wir sind und sind nicht in denselben Flüssen.“
Weil, Simone, La Source grecque (Die griechische Quelle), Paris : Gallimard, coll. « Espoir » (Hoffnung), 1953.
„Da sie weder zu hören noch zu sprechen wissen. • Du wirst die Grenzen der Seele nicht finden, in welcher Richtung du auch reisest, so tief ist ihr Maß. • Wir steigen in dieselben Flüsse hinab und steigen nicht hinab; wir sind und sind nicht.“
Burnet, John, L’Aurore de la philosophie grecque (Die Morgenröte der griechischen Philosophie), trad. de l’anglais par Auguste Reymond, Paris : Payot & Cie, 1919.
Downloads
Tonaufnahmen
- Heinz Wismann à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (France Culture).
- Hervé Pasqua à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (YouTube).
- Jean-Claude Ameisen à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (France Inter).
- Jean-François Pradeau à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (France Culture).
- Jérôme Stéphan à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (Jérôme Stéphan).
- Kostas Axelos, Jean Beaufret et François Châtelet à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (France Culture).
- Marc Ballanfat à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (France Culture).
- Philippe Choulet à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (France Culture).
- Thibaut de Saint Maurice à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (France Culture).
- Émilie Hanns à propos d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen). (Octopus, le philosophe à tentacules).
Gedruckte Werke
- Extrait d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) dans la traduction par Blaise Oriet (2011). (L’Harmattan).
- Extrait d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) dans la traduction par Jean-François Pradeau (2019). (Éditions Flammarion).
- Extrait d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) dans la traduction par Marcel Conche (2017). (Presses universitaires de France (PUF)).
- Traduction indirecte d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Auguste Reymond, d’après celle de John Burnet (1919). (Google Livres).
- Traduction indirecte d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Auguste Reymond, d’après celle de John Burnet (1919), copie. (Canadian Libraries).
- Traduction partielle d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Paul Tannery (1887). (Google Livres).
- Traduction partielle d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Paul Tannery (1887), copie. (Google Livres).
- Traduction partielle d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Paul Tannery (1887), copie 2. (Canadian Libraries).
- Traduction partielle d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Paul Tannery (1887), copie 3. (Google Livres).
- Traduction partielle d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Paul Tannery (1887), copie 4. (Google Livres).
- Traduction partielle d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Paul Tannery (1930). (Bibliothèque nationale de France (BnF)).
- Traduction partielle d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Paul Tannery (éd. électronique). (Wikisource).
- Traduction partielle d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Simone Weil (1953). (Google Livres).
- Traduction partielle d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Simone Weil (éd. électronique). (Wikisource).
- Édition et traduction d’Héraclite : la lumière de l’Obscur (Heraklit: das Licht des Dunklen) par Guy Massat (éd. électronique). (Guy Massat).
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- Zeller, Édouard, La Philosophie des Grecs considérée dans son développement historique (Die Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung). II, Les Éléates, Héraclite, Empédocle, les Atomistes, Anaxagore, les Sophistes (Die Eleaten, Heraklit, Empedokles, die Atomisten, Anaxagoras, die Sophisten), trad. de l’allemand par Émile Boutroux, Paris : Hachette, 1882. (Google Livres).
